Mediatorin

Was ist Mediation?

Es handelt sich um eine Methode der gewaltfreien Konfliktbearbeitung. Mediation ist konstruktive Konfliktlösung mit Hilfe einer neutralen, dritten Person, bei der win-win-Lösungen angestrebt werden.

Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Konfliktpartner fähig sind, die für sie akzeptable Lösung gemeinsam zu finden. Das setzt natürlich voraus, dass die Beteiligten wieder in ein Gespräch kommen, das konstruktiv ist, so dass alle Meinungen und Sichtweisen gehört werden. Dazu brauchen die meisten Menschen in Konfliktsituationen Unterstützung in der Person eines Mediators, einer Mediatorin. Sie übernehmen diese Aufgabe - ohne dabei Vorschläge zu machen, Verurteilungen auszusprechen oder Partei zu ergreifen.

Bei Mediation geht es um Einsicht - nicht um Rechthaberei. Es gibt keine Verlierer. Beide Parteien können im konstruktiven Gespräch nur gewinnen.

Mediation ist vornehmlich eine verbale Methode. Das bedeutet, dass das Sich-Mitteilen (Fakten und Gefühle) und das gegenseitige Zuhören eine wichtige Rolle spielen. MediatorInnen sind dafür verantwortlich, dass dies in richtiger Weise geschieht und tatsächlich die richtigen Konfliktpunkte herausgearbeitet werden.

Mediation beruht auf dem Prinzip der Freiwilligkeit.

Mediation ist aber auch eine andere Denkweise - eine uns oft ungewohnte Form des Reagierens. Es geht darum, verschiedene Aspekte zu betrachten, offen, ehrlich und kreativ zu sein.

(nach Traude Rebmann)

Entscheidungskriterien für die Wahl des Verfahrens

Hauptanliegen der Mediation ist es, die beste Lösung eines Konfliktes zu finden. Das Ziel der Gerichtsverhandlung ist es hingegen, bestimmte Rechtsansprüche durchzusetzen. Wenn ich also ein Verfahren suche, um meine Interessen durchzusetzen, sollte ich Folgendes beachten:

  • Wo liegt eigentlich mein (Haupt-)Interesse? (Beziehungs- oder Sachkonflikt?) Gibt es ein Recht, daß mein besonderes Interesse schützt? Wenn nicht, ist ein Gerichtsverfahren aussichtslos oder sehr ineffektiv.
  • Ist mein Konfliktgegner prinzipiell zu einer Mediation bereit? Das wird fast immer der Fall sein, wenn ich meinem potentiellen Verhandlungspartner irgendetwas anbieten (bzw. entziehen) kann. Wenn er überhaupt keine Interessen mir gegenüber hat, wird er dagegen auch kaum mit mir verhandeln, die Mediation scheidet aus.
  • Habe ich ein Interesse daran, den Konflikt wirklich zu lösen? Wenn ja, spricht das für die Mediation. Gerade bei langfristigen Beziehungen mag die Konfliktlösung wichtiger sein als einzelne Sachfragen.
  • Sind die Unterschiede zwischen meinem potentiellen Verhandlungspartner und mir bezüglich Machtgefälle oder Artikulationsmöglichkeiten so groß, daß eine Mediation unmöglich ist? Da MediatorInnen dazu ausgebildet werden, solche Unterschiede auszugleichen, trifft das nur auf wenige Extremfälle zu.
  • Kann ich jetzt schon abschätzen, ob es Potentiale für eine win-win-Lösung gibt (gemeinsame Interessen, unterschiedliche Priorisierung gegensätzlicher Interessen)? Dies ist oft im Vorfeld sehr schwierig, die Praxis hat aber gezeigt, daß in fast allen Konflikten win-win-Lösungen möglich sind.
  • Welches Verfahren ist kostengünstiger für mich? Welches Kostenrisiko muß ich tragen?
  • In welcher Zeit kann das Verfahren abgeschlossen sein? Wie wichtig ist mir eine schnelle Lösung?